'Tschuldigung Liebling...

(...ich hab'n Moment nicht zugehört.)

Vorwort:
Emotionen zeigen Wahrheit.


Er wollte ihr sagen, dass es ihm Leid tut. Aber er sah ihrem Gesicht an, dass sie gleich etwas sagen wollte.
Stumm blickte er auf ihren Mund und wartete darauf, dass sich die Lippen öffneten. Von dort würden jetzt jeden Moment diese Wörter auf ihn zu rasen und sich ihm hart an den Kopf schmeissen. Und wieder würden sie ihm so schmerzhaft klar machen, dass er ihrer nicht würdig war, dass er nur geduldet war in ihrem Leben.
Irgendetwas bewegte sich hinter diesen geschlossenen Lippen. Er stellte sich vor, wie unzählige kleine, scharfgeschliffene Buchstaben sich zu tiefschneidenden Wörtern formierten...

Soldaten! Das ist es! Es sind Soldaten! Kleine Buchstaben-Soldaten, die für sie in den Kampf ziehen um mich zu besiegen.

Seine Gedanken rauschten wie ein wilder Fluß durch seinen Kopf.
Jetzt bewegte sich nichts mehr. Ihre Mundpartie strahlte die Ruhe vor dem Sturm aus. Dann öffneten sich ihre Lippen und die Zeit schien plötzlich anzuhalten. Er erkannte ein langgezogenes “AAAA....TACKEEEEEE...“ und hörte wie jemand das Horn zum Angriff blies.
Wie eine Invasion fielen die Buchstaben über ihn her. Er wartete auf die Erklärung, die ihm sein Gehirn jetzt jeden Moment über den Sinn der angreifenden Wörter geben musste. Dann blickte er auf den Tisch vor sich und glaubte alles kleine Buchstaben zu sehen, die sich in ihrem Blut wälzten und vor Schmerzen stöhnten,

“Die hatten garkeine Chance.“... hörte er sich sagen und erschrak.
“Äh, was hast Du gesagt? Ich hab'n Moment nicht....“

Irgendetwas wischte ihm den Schleier von den Augen. Er sah auf seine blutige Faust und hörte wie ein leises Stöhnen aus ihrem Mund kam.

Ende ---

Autor: Ronald Janowski © 1995 - 2019







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